Ein unerwarteter Geldeingang auf dem Bankkonto sorgt im ersten Moment meist für Freude. Doch Vorsicht: Wenn plötzlich winzige Beträge von wenigen Cents auf Ihrem Konto landen, stecken dahinter oft Kriminelle. Aktuell häufen sich Fälle einer besonders perfiden Betrugsmasche, die in drei Phasen abläuft. Das Ziel der Täter ist es, Ihr Girokonto für illegale Geldwäsche zu missbrauchen.
Erfahren Sie hier, wie die Masche funktioniert und wie Sie sich schützen können.

Der Betrug läuft extrem koordiniert und in festen Schritten ab:

Alles beginnt unauffällig. Sie entdecken auf Ihrem Kontoauszug eine oder mehrere Gutschriften im Wert von wenigen Cents. Die Betrüger nutzen diese Kleinstbeträge als Testlauf. Sie wollen damit prüfen, ob Ihre IBAN existiert und das Konto aktiv genutzt wird.

Sobald die Kriminellen wissen, dass Ihr Konto aktiv ist, folgt der Hauptangriff. Plötzlich wird Ihnen eine hohe Summe überwiesen – oft mehrere hundert oder tausend Euro. Dieses Geld stammt in der Regel aus illegalen Quellen, wie gehackten Konten, Phishing-Opfern oder anderen Straftaten.

Kurz nach dem Geldeingang kontaktiert man Sie per SMS, Messenger-Dienst oder Telefon. Die Betrüger geben vor, das Geld sei „aus Versehen“ auf Ihrem Konto gelandet oder es handle sich um eine Fehlbuchung. Sie werden dringend darum gebeten, den Betrag sofort auf ein anderes, oft ausländisches Konto „zurückzuüberweisen“.

Hinter dieser Bitte steckt pure Absicht. Wenn Sie das Geld wie gefordert weiterleiten, machen Sie sich unwissentlich zum Finanzagenten und unterstützen illegale Geldwäsche.
Das tückische Problem dabei: Die ursprüngliche, hohe Überweisung an Sie wird von der Bank des eigentlichen Opfers meist kurze Zeit später wieder zurückgebucht. Da Sie den Betrag aber bereits an die Betrüger weitergeleitet haben, ist Ihr eigenes Geld weg – und Ihr Konto im Minus. Zudem drohen Ihnen im schlimmsten Fall strafrechtliche Konsequenzen wegen Beihilfe zur Geldwäsche.

So verhalten Sie sich im Ernstfall richtig

• Kleinstbeträge ignorieren: Reagieren Sie niemals auf dubiose Cent-Gutschriften.
• Niemals Geld weiterleiten: Überweisen Sie niemals ungefragt oder auf Aufforderung Fremder Geld von Ihrem Konto weiter.
• Bank kontaktieren: Informieren Sie sofort Ihre Bank, wenn Sie unberechtigte Geldeingänge bemerken.
• Anzeige erstatten: Melden Sie den Vorfall der Polizei, um sich rechtlich abzusichern.

Bleiben Sie wachsam und schützen Sie Ihr Konto vor den Tricks der Cyberkriminellen!

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